FAIR TEILEN: weiblich gegen männlich?
Frauen verdienen im Schnitt um 41 Prozent weniger als ein erwerbstätiger Mann. Europaweit sind Frauen nur in Estland noch stärker benachteiligt als in Österreich. Sogar von den ganzjährig Vollzeit beschäftigten Frauen haben 11 Prozent ein Einkommen unter der Armutsgefährdungsschwelle.
Fair teilen wäre aber nicht nur bei den Einkommen das Gebot der Stunde. Auch die Belastungen, die mit ein Grund dafür sind, dass Frauen weniger verdienen, müssen umverteilt werden. Frauen haben zum Beispiel weniger Zeit zum Geld verdienen: Weil sie nämlich einen großen Teil ihrer Zeit mit unbezahlter Arbeit verbringen, im Haushalt oder bei den Kindern.
Weniger und noch dazu schlechter bezahlte Arbeit hängen sich aber an wie ein Bremsfallschirm. Etwa die Pensionen sinken, wenn die Einkommen und somit auch die Beiträge über die Jahre niedriger waren. Und auch die Kindererziehungszeiten machen es den Frauen nicht gerade leichter, zu einer eigenständigen Altersversorgung zu kommen, von der sie auch leben können. Jeder Monat mehr, den ein Vater in Karenz geht, ist daher auch ein kleiner Schritt in Richtung gerechterer Verteilung der Pensionen.
Mit zahlreichen Forderungen, die beim Bundeskongress 2009 beschlossen wurden, verlangt der ÖGB mehr Verteilungsgerechtigkeit:
- Einkommenstransparenz in allen Betrieben
- Steuergerechtigkeit unter dem Aspekt der Eigenständigkeit von Frauen und Männern
- Pensionskassen: Beitragszahlung auch während der Elternkarenz
- Bessere Bezahlung für „typische Frauenberufe“, z. B. in Pflege und Betreuung
- Eigenständigen Pensionsanspruch für Frauen ermöglichen
- Schwerarbeitspension auch für Frauen
- Die Hälfte der AMS-Mittel für frauenspezifische Maßnahmen
- Mehr Mädchen in nicht-traditionelle Frauenberufe
- Förderungen von Mädchen und Frauen im technischen und naturwissenschaftlichen Bereich.
- mehr und bessere Förderung beim Wiedereinstieg ins Berufsleben
- flächendeckende und leistbare Kinderbetreuungseinrichtungen
- mehr Nachmittagsbetreuungseinrichtungen und Ganztagsschulen
- Ein bezahlter Papa-Monat nach der Geburt eines Kindes



