UNFAIR!

UNFAIR!

Oft hat man halt Pech…
Vieles im Leben ist unfair, gemein, schade – aber halt nicht zu ändern! Oder?

FINDEN Sie auch Vieles im Leben unfair?
Dann schicken Sie ein Mail, wir veröffentlichten Ihre „UNFAIRITÄTEN“!
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NEUESTE UNFAIRE BEITRÄGE

 

Erste Chef Andreas Treichl…

… kauft am 2. März 2009 25.000 Erste Aktien für je 7,37 €; der Preis ist ein Tiefstand;
… verkauft  sie am 4. November 2010 33,54 €; das ist der höchste Kurs seit 6 Monaten;
… verdiente damit 654.000 € steuerfrei – denn zwischen Kauf und Verkauf lag mehr als 1 Jahr.
… hat nun immer noch 184.640 Erste Aktien;

(Quelle: FMA zitiert in APA 11. Nov.)

 

Die Erste Group…

…meldete für die ersten 9 Monate 2010 einen gestiegenen Nettogewinn
…legte im Drittel Quartal das bisher beste operative Ergebnis in der Geschichte der Bank hin.
(Quelle: APA 29. Okt.)

 

Nix zu Sparen

Wer nix hat kann auch nix sparen: Die Sparquote ist in Österreich am Ende des 1. Halbjahres 2010 auf 9,6 Prozent gesunken - 2008 waren es noch 11,8 Prozent, 2009 11,1 Prozent.
(Quelle: Präsentation des Finanzvermögensberichts OeNB-Direktor Andreas Ittner am 27. Okt.)

 

Österreich ist reich? Ganz Österreich?

Nein: Die Hälfte der privaten Haushalte hat 8 Prozent des gesamten Geldvermögens in Österreich.
Das oberste Zehntel besitzt 54 Prozent des gesamten Geldvermögens.
Ihnen stehen je Haushalt rund 290.000 Euro an Vermögen zur Verfügung.
(Quelle: OeNB Studie zitiert in ATS der Armutskonferenz am 29. Okt.)

 

Das scheue Reh wär ja blöd zu flüchten …

Im Einzelabschluss der Bank Austria wurde aus einem Milliardengewinn des Konzerns ein Milliardenverlust. Ergebnis: Der Staat Österreich sah keine Cent an Steuern, für die Bank Austria gab es eine Steuergutschrift von immerhin 3,1 Mio. Euro.
(Quelle: J.P. Morgan, zitiert in Format 4/10)

 

Das scheue Reh wär ja blöd zu flüchten …

 „In den letzten 15 Jahren sind die Steuerleistungen der großen Banken kaum gestiegen, während sich ihre Bilanzsummen vervielfacht haben.“
(Finanzstaatssekretär Andreas Schieder, zitiert in Format 4/10)

 

48 Mal wichtiger, gescheiter, verantwortungsvoller?

ATX-Manager (Manager von Firmen die an der Wiener Börse notieren)

… verdienten 2008 im Schnitt mehr als 1,3 Mio. Euro
… also das 48-fache von ArbeitnehmerInnen dieser Unternehmen
… die verdienen im Schnitt knapp über 27.000 Euro/brutto im Jahr

(Quelle: AK Studie aus April 2009, zitiert in „Wettbewerbsbericht der AK 2010“)

 

1,8 Milliarden für 21.000 Arbeitslose

Die Gewinne der heimischen Paradeunternehmen sind im Krisenjahr 2009 um rund ein Drittel zurückgegangen.
In den ATX Konzernen gingen 21.000 Jobs im In- und Ausland  verloren.
Ihren Aktionären werden die heimischen Paradeunternehmen 2010 mindestens 1,8  Mrd. Euro ausschütten.
(Quelle: Analyse der Ausschüttungspolitik der ATX Unternehmen der Arbeiterkammer Wien)

 

EX-Chef von Lehman verdiente 457 Millionen Dollar

Richard Fuld, Ex-Chef der Pleitebank Lehman Brothers, verdiente in den vergangenen zehn Jahren rund 457 Mio. Dollar (rund 350 Mio. Euro). Fuld trieb Lehman Brothers über Jahre zu immer spekulativeren Finanzgeschäften. Im September 2008 brach die Bank schließlich zusammen, was die weltweite Finanzkrise massiv verschärfte.

 

EX-Chef von Pleitebank verdiente 457 Millionen Dollar

Richard Fuld, Ex-Chef der Pleitebank Lehman Brothers, verdiente in den vergangenen zehn Jahren rund 457 Mio. Dollar (rund 350 Mio. Euro) und belegt damit Platz elf auf der Liste der bestbezahlten US-Manager des vergangenen Jahrzehnts. Fuld trieb Lehman Brothers über Jahre zu immer spekulativeren Finanzgeschäften. Im September 2008 brach die Bank schließlich zusammen, was die weltweite Finanzkrise massiv verschärfte. Mit rund 1,84 Mrd. Doller (rund 1,4 Mrd. Euro) ist übrigens Larry Ellison, Gründer des Software-Riesen Oracle, der bestbezahlte Großverdiener von allen.

 

Kapitalregeln weichgespült - Bankenlobby feiert

Die Banken: Sie haben wieder allen Grund zum Lachen. Nicht nur, dass ihre Aktien wieder kräftig steigen, auch die neuen Spielregeln fallen dank starker Lobby nicht so scharf aus wie befürchtet. Ein Ausschuss der weltweit wichtigsten Bankenaufseher erstellte ein Regelwerk, das verhindern sollte, dass die Institute in der nächsten Krise wieder auf Hilfe der Regierungen angewiesen sind.

So sollen die Banken u.a. ihr Geschäft mit mehr Eigenkapital unterlegen, das im Krisenfall weniger leicht abgezogen werden kann. Die Proteste und Drohungen von Banken und nationalen Aufsehern haben sich aber ausgezahlt, denn zu enge Fesseln wird es für den Sektor wieder nicht geben. Die Banken können fröhlich weitermachen wie bisher – zu Lasten der Steuerzahler?

 

Banken beanspruchten 4.000 Mrd. Euro aus EU-Rettungsschirm

Bei der Bewältigung der Bankenkrise ist Europa „noch nicht über den Berg“, meint EU-Wettbewerbskommissar Joaquin Almunia. Auf dem Höhepunkt der Krise haben die Banken im Durchschnitt 30 Prozent ihrer Gesamtfinanzierung aus dem europäischen Rettungsfonds bestritten, sagte der Kommissar, dieser Anteil ist inzwischen auf vier Prozent zurückgegangen.
Insgesamt hat die Europäische Kommission bisher 4.131 Mrd. Euro an staatlicher Unterstützung abgesegnet, drei Viertel davon waren Garantien.
Dass die Banken in Europa gesichert sind, ist nötig und richtig – mit der gleichen Vehemenz muss man aber Beschäftigung schaffen, Arbeitslosigkeit und Armut beseitigen. Alles andere wäre UNFAIR!!!

 

1,8 Milliarden für Aktionäre

Eine aktuelle Analyse der Ausschüttungspolitik der ATX Unternehmen der Arbeiterkammer Wien zeigt: Die heimischen Paradeunternehmen werden ihren Aktionären im laufenden Jahr mindestens 1,8  Mrd. Euro ausschütten, obwohl die Gewinne im Krisenjahr 2009 um rund ein Drittel zurückgegangen sind und massiv Arbeitsplätze abgebaut wurden.
„Es kann nicht sein, dass die Wirtschaftskrise allein in den ATX Konzernen rund 21.000 Jobs im In-und Ausland gekostet hat, aber Ausschüttungen in Milliardenhöhe beschlossen werden“, kritisiert AK-Präsident Herbert Tumpel. „Diese Ausschüttungspolitik ist unverantwortlich. Jetzt müssen die Börsenschwergewichte ihrerseits gesamtwirtschaftliche Verantwortung übernehmen, die Gewinne im Unternehmen belassen und kräftig investieren. Nur so kann für die Sicherung und den Erhalt von Arbeitsplätzen gesorgt werden.“

 

Arbeitslose feiern krank?

Der Hauptverband der Sozialversicherungsträger gab Anfang Juni einen Fehlzeitenreport heraus. Darin sind Fehlzeiten (Krankenstände) nach Berufsgruppen erfasst. Martin Gleitsmann von der Wirtschaftskammer interpretierte in die Zahlen völlig falsch: Arbeitslose sind besonders oft krank sind, sagte er, und zog daraus den Schluss, dass die Bestimmungen verschärft werden müssten.
ABER: Nicht die Arbeitslosen feiern krank, sondern die Kranken werden arbeitslos. Sie werden nämlich von ihren Arbeitgebern rausgeworfen. Und wenn sie einmal arbeitslos sind, ist das psychisch stark belastend, und das macht erst recht wieder krank. Die Kranken zu bestrafen, ist zynisch. Stattdessen müssen die Arbeitsplätze so gestaltet werden, dass Arbeit nicht krank macht.

Laut Statistik Austria wurde die Arbeitslosigkeit bei 39,9 Prozent der Betroffenen durch arbeitsbedingte Gesundheitsprobleme verursacht. Die Wirtschaft macht die Beschäftigten zuerst krank, indem sie gesundheitsschädliche Arbeitsbedingungen bietet, und wenn sie dann krank und arbeitslos sind, will sie ihnen auch noch das Krankengeld streichen.

 

Arbeit FAIR TEILEN

eingesendet von Walter Daxböck aus Korneuburg, NÖ

Viele Menschen müssen Mehrarbeit (vielfach sogar unbezahlt) leisten, obwohl sie das gar nicht wollen. Gleichzeitig finden immer weniger Menschen Arbeit und sind der Arbeitslosigkeit (und dem Vorwurf des Sozialschmarotzers) ausgeliefert. Arbeitszeitverkürzungen gibt es nur mehr mit Stützung der Allgemeinheit wie z. B. die Kurzarbeit.
 
Walter Daxböck schlägt u. a. vor:

  • Überstunden für die Unternehmer verteuern (für nicht bezahlte Überstunden müsste es sehr hohe Strafen geben)
  • deutlich höherer und von der Arbeitslosenrate abhängiger Arbeitslosenbeitrag auf Überstunden

Damit könnte auch ein Bewusstsein unter den Arbeitgebern geschaffen werden, dass auch sie einen gesellschaftlichen Beitrag zu leisten haben und die Problem nicht nur auf die Gemeinschaft abwälzen können.

(gekürzt und redaktionell bearbeitet)

 

Wer sorgt für gerechte Umverteilung?

eingesendet von Norbert Savoy aus Bad Schallerbach, OÖ

In einem Bericht in den Oberösterreichischen Nachrichten (11.04.2010) steht, dass 10 Prozent der Österreicher 70 Prozent des Volksvermögens besitzen. Die restlichen 7,5 Millionen Österreicher haben 30 Prozent.
Nun reden uns die 10 Prozent ein, wir müssen noch mehr sparen. Wir müssen auf noch mehr verzichten, damit die Umverteilung noch ungerechter verläuft.
Warum ist es nicht möglich, von den 70 Prozent Vermögen mehr zu nehmen? Von den 30 Prozent geht es ja auch.

(gekürzt und redaktionell bearbeitet)

 

Nur Vermögenssteuer verhindert Crash!

eingesendet von Johannes Moder, Graz

Johannes Moder (Vorsitzender des Angestellten-Betriebsrates in der Siemens AG in Graz) weist auf Aussagen von Erhard Glötzl, ehemaliger Vorstandsvorsitzender der Linzer Stadtwerke hin: Glötzl kommt zu der Erkenntnis, dass der Rückfluss von zu großen Finanzvermögen über eine progressive Vermögens-/Erbschaftssteuer der einzige Weg ist einen Crash der jetzigen Wirtschaftsform zu verhindern. Es ist für alle und letztlich auch für die Besitzer von Kapitalvermögen von größerem Vorteil, wenn Kapital reguliert und besteuert wird, als dass es in einer gesellschaftlichen Katastrophe vernichtet wird.

(gekürzt und redaktionell bearbeitet)

 

Nichtsnutze und Tagediebe?

Vertreter der ÖVP bleiben dabei, Arbeitslose und SozialhilfebezieherInnen als Nichtsnutze und Tagediebe zu verunglimpfen. Im Zuge von Diskussionen über die 14-malige Auszahlung der Mindestsicherung in der Steiermark sagte Christoph Drexler, Klubchef der Steirischen ÖVP: "Ein Urlaubs- und Weihnachtsgeld fürs Nichtstun wird es mit uns nicht geben."

 

Sorgen um den Börseplatz…

„Die Budgetsanierung, die Beiträge aller Steuerzahler notwendig  machen wird, darf nicht zu Lasten des heimischen Kapitalmarktes gehen.“ Das sagt DI Mag. Robert Ottel, Finanzvorstand der voestalpine AG, der bei der Generalversammlung des Aktienforums am 13. April 2010 zum neuen Präsidenten des Aktienforums gewählt wurde.

Ottel sorgt sich um den Börseplatz Wien: „Das Ausmaß des Staatsdefizits ist kein Grund das Augenmaß zu verlieren. Wir befürworten die Diskussion über eine globale Finanztransaktionssteuer (…). Ein österreichischer Alleingang mit der Einführung einer absurd hohen Börseumsatzsteuer bedeutet aber das sichere Ende für den Börseplatz Wien, mit allen negativen Folgen für den Zugang zu Kapital für die Unternehmen, und muss daher entschieden abgelehnt werden."
(Austria Presse Agentur, 19. April)

 

Hedgefonds-Gagen auf Rekordniveau

Das Finanzmagazin „Absolute Return & Alpha“ berichtet, dass die 25 bestbezahlten Hedge-Fonds-Manager 2009 zusammen 25,3 Milliarden US-Dollar „verdienten“. Die Nummer eins, David Tepper, räumte allein vier Milliarden US-Dollar ab. Damit sind nach der „Vernunft des Marktes“ Hedge-Fonds-Manager die wertvollsten Leistungsträger der Welt (FAZ, 2. April 2010).

 

Manager jammern über Bankenabgabe

Raiffeisen-Experten sagten kürzlich, die Aktienkurse erholen sich heuer, und auch die Gewinne der Unternehmen sollten mit einem Plus von rund 30 bis 35 Prozent deutlich zulegen. Die gleichen Experten jammern, dass die Diskussionen über Bankenabgabe oder Vermögenssteuern den Standort ruinieren und Tausende Arbeitsplätze vernichten würden. In welcher Welt leben solche Leute eigentlich?

 

Eine Million - trotz Schieflage!

Eine Million Euro Ablöse zahlte die Kärntner Hypo im Vorjahr an Exchef Tilo Berlin, obwohl die Schieflage der Bank klar war. Die Abschlussprüfer der Hypo machen auf "hohe Unsicherheiten" aufmerksam.
Noch sind die Querelen um die Abfindung des gerade abgelösten Vorstands der Kärntner Hypo nicht verklungen, taucht schon eine bereits getätigte Sonderzahlung auf. Im Geschäftsbericht 2009 verzeichnet die Hypo Alpe Adria unter der Rubrik Bezüge früherer Mitglieder des Vorstandes "aus Anlass der Beendigung" : 1,025 Mio. Euro. Da Vorstandsmitglied Paul Kocher auf eigenen Wunsch ausgeschieden ist, bleibt nur Exchef Tilo Berlin als Adressat der Zahlung.
berichtet der Standard am 6. April

 

Reiches Österreich?

Das reichste EIN Prozent der Haushalte in Österreich besitzt 29 Prozent des gesamten Geldvermögens.  Das ist fast ein Drittel des gesamten Geldvermögens in Österreich!

492.000 Menschen, das sind 6 Prozent der Bevölkerung, sind in Österreich von Armut und sozialer Ausgrenzung betroffen, ein Viertel sind Kinder.

 

Gerechte Steuern?

1,4 Prozent der Steuereinnahmen werden über Vermögenssteuern eingehoben.
5,4 Prozent sind das im EU-Schnitt – würde der österreichische Wert auf diesen Schnitt angehoben, würde das jährlich 4 Milliarden Euro in die Staatskassen bringen.

 

Umverteilen bringt nur wenig?

Gemeinheit: Bill Gates nicht mehr der reichste Mensch! Der mexikanische Telekom-Unternehmer Carlos Slim ist mit geschätzten 53,5 Milliarden Dollar (39, 3 Milliarden Euro) laut US-Magazin Forbes der reichste Mensch der Welt. Der arme Bill Gates hat nur 53 Milliarden Dollar! Bronze geht an den Investor Warren Buffet mit 47 Milliarden Dollar. Facebook-Gründer Mark Zuckerberg ist der weltweit jüngste Milliardär, immerhin mit 4 Milliarden Dollar.
Übrigens: Die Erhöhung des Arbeitslosengeldes auf 60 Prozent würde für 2010 rund 190 Millionen Euro kosten. Die Mindestsicherung 14 Mal auszuzahlen würde 20 Millionen Euro kosten.

 

Wer hat das Geld?

Das reichste EIN Prozent der Haushalte in Österreich besitzt 29 Prozent des gesamten Geldvermögens.
Das ist fast ein Drittel des gesamten Geldvermögens in Österreich!

 

Warum hat man Geld verschenkt?

Die Vermögenssteuer wurde 1994 abgeschafft – allein 1994 verzichtete man dadurch auf (umgerechnet) 10 Mio. €.
Im Oktober 2000 wurde die Börsenumsatzsteuer abgeschafft – Steuerausfall rund 72 Mio. €.
2005 wurde die Körperschaftssteuer von 34 auf 25 Prozent gesenkt – geschätzter Ausfall jährlich: 1 Mrd. €.
Seit 1994 wird die Sonderabgabe für Banken nicht mehr eingehoben – 1993 waren das (umgerechnet) 140 Mio. €.

 

Sind wir lauter Sozialschmarotzer?

In „Studien“ wird behauptet, Menschen mit niedrigen Einkommen haben durch Sozialleistungen monatlich mehr Geld zur Verfügung als Besserverdiener.
Von 3,9 Millionen Beschäftigten wären 1,9 Millionen Einzahler und 2 Millionen würden Leistungen beziehen.
So eine Rechnung ist Unsinn, der jeder Mensch bekommt im Laufe seines Lebens Transferleistungen:

  • Schulbücher,
  • Familienbeihilfe,
  • staatliche subventionierte Opernkarten etc.
 

Schlechte Zahlungsmoral!


Unternehmen waren mit Ende Dezember 2008 mit ihren Sozialversicherungsbeiträgen bei allen Gebietskrankenkassen mit 954,9 Millionen Euro im Rückstand.
Den ArbeitnehmerInnen haben sie die Beiträge vom Lohn/ Gehalt abgezogen – aber nicht abgeführt.
Und den Krankenkassen fehlt das Geld, Leistungskürzungen und neue, unsoziale Selbstbehalte stehen wieder im Raum…

 

Unfaire Teilzeitfalle

Zu wenig ganztägige Kinderbetreuungsplätze zwingen viele Eltern, meist die Frauen, in Teilzeitjobs.

  • 26 Prozent aller Frauen mit Teilzeitjobs geben an, dass sie lieber Vollzeit arbeiten würden.
  • Für 55 Prozent der Frauen sind Teilzeitjobs Übergangs- oder Notlösungen.
  • 13 Prozent aller Teilzeitbeschäftigten würden ihre Arbeitszeiten sofort erhöhen – wenn die Kinderbetreuung passen würde.
  • Teilzeitjobs sind meisten weniger qualifizierte und verantwortungsvolle Jobs – auch eine finanzielle Sackgasse bis zur Pension!
  • Von allen knapp 4 Mio. Beschäftigten in Österreich haben rund 24 Prozent Teilzeitjobs – von den Frauen allerdings über 42 Prozent (bei Männern knapp unter 9 Prozent)!
 

Arbeitslose Tagediebe???

  • Menschen, die jahrelang in die Arbeitslosenversicherung eingezahlt haben und nun gezwungen sind, die Arbeitslosengeld in Anspruch zu nehmen, werden als Sozialschmarotzer beschimpft.
  • Jene, die die Wirtschaftskrise verursacht haben, spekulieren schon wieder munter weiter. Die Aktienkurse sind 2009 wieder massiv gestiegen – die Gewinne daraus müssen aber nicht einmal versteuert werden.
  • ArbeitnehmerInnen, die es ohnehin schwer haben, mit ihrem Einkommen auszukommen, werden gegen Arbeitslose, die noch weniger haben, ausgespielt.
 

Unbezahlte Überstunden könnten 60.000 Jobs schaffen!

Die Industrie will, dass wir noch mehr Arbeiten, ohne dafür Überstundenzuschläge zu bekommen.

  • Das ist ein Rückschritt in den Frühkapitalismus. „Leistung muss sich lohnen“ – das soll bei Überstunden offenbar nicht gelten.
  • Andererseits zahlt die Wirtschaft in einigen Branchen so niedrige Löhne, dass die ArbeitnehmerInnen ohne Überstunden einfach nicht genug zum Leben haben.
  • 2008 wurden in Österreich insgesamt 355 Millionen Überstunden geleistet.
  • In den letzten drei Monaten des Jahres 2009 wurden über 80 Millionen Überstunden geleistet.
  • 27 Prozent davon haben die ArbeitnehmerInnen nicht bezahlt bekommen.
  • Allein diese unbezahlten Stunden machen umgerechnet 60.000 Vollzeitjobs aus
 

Krank in die Arbeit um Job nicht zu verlieren!

Die hohen Arbeitslosenzahlen steigern den Druck bei denen, die Arbeit haben:

  • Jede/r Beschäftigte ging im zweiten Halbjahr 2009 durchschnittlich neun Tagen in die Arbeit, obwohl sie/er sich krank gefühlt hat.
  • Viele halten Arbeitspausen nicht ein.
  • Überlange Arbeitszeiten und Nachtarbeit erhöhen das Krankheitsrisiko beträchtlich.
  • Auch psychische Probleme sind eine Folge von Überbelastungen am Arbeitsplatz.
  • Und gleichzeitig muss man sich ständig anhören, die österreichischen ArbeitnehmerInnen wären nicht flexibel genug!
 

Armutsfalle Arbeitslosigkeit

In Österreich werden NiedrigverdienerInnen, wenn sie arbeitslos werden, nochmals benachteiligt: Wird ein verheirateter Alleinverdiener ohne Kinder arbeitslos, dann sinkt das Einkommen auf 57 Prozent des früheren Erwerbseinkommens. Die Miete, Stromkosten etc. sinken natürlich nicht mit…
Im OECD-Durchschnitt sinkt das Einkommen von Arbeitslosen „nur“ auf 70 Prozent ab. Österreich landet damit auf dem vorletzten Platz einer OECD-Studie zu Arbeitslosengeld und Sozialhilfe.

 

Zu alt oder doch zu jung?

Zu alt für die Arbeit und zu jung für die Pension – so geht es vielen. Dass Arbeitgeber auch Verantwortung für die Gesundheit der Menschen in der Arbeit haben, wird oft vergessen. Die Lebenserwartung steigt, aber die Menschen sind im Alter nicht gesünder. Die ArbeitnehmerInnen sollen zwar länger arbeiten, aber ihre Arbeitgeber tun wenig für eine gesunde Arbeitsumgebung.
Anstatt Maßnahmen zur Gesundheitsförderung zu ergreifen, werden viele MitarbeiterInnen krankheitsbedingt in den Ruhestand geschickt.

 
WAS STECKTE HINTER "FAIR TEILEN"?

Sparen, den Gürtel enger schnallen, die Staatsausgaben kürzen – das waren europa- und weltweit die angeblichen Rezepte, um die Krise und ihre Folgen zu bewältigen.

Das ÖGB-Rezept für sozial gerechte Krisenbewältigung lautete allerdings: faire Verteilung des Wohlstandes, der in Österreich vorhanden ist, und auch jene an den Kosten der Krise beteiligen, die sie (mit) verursacht haben.

Daraus wurde der Schwerpunkt 2010 und 2011 – FAIR TEILEN.